Benediktushof, Reken

Über „Tote Winkel“ und lange Bremswege

Training für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Sehen und gesehen werden, raus aus dem „Toten Winkel“, sicher eine Straße überqueren – das stand im Mittelpunkt einer Fortbildung, an der neun Beschäftigte aus der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) des Benediktushofes teilgenommen haben. Bei dem fünftägigen Verkehrssicherheitstraining mit der Kreispolizeibehörde Borken ging es um die Sicherheit von Fußgängern und Rollstuhlfahrern auf den Straßen in Maria Veen und Reken.

 

Anschaulich und eindringlich brachten die Verkehrssicherheitsberater Andreas Rudde und Josef Rickers - unterstützt von Julia Overkamp, Regierungsangestellte bei der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Borken – ihre Botschaften den Seminarteilnehmern näher. Auf der Straße „Strote“ in Maria Veen demonstrierten die Polizisten mit einem Bulli und zwei Pappkisten, wie lange es dauert, bis ein Fahrer seinen Wagen vor einem Hindernis zum Stillstand bringt. Was bei Tempo 30 noch einigermaßen klappt, endet bei Tempo 50 mit einem lauten Knall; die Kisten flogen durch die Gegend und waren teilweise eingedrückt. Ein Mensch hätte wohl kaum eine Chance, beim Überqueren der Straße einen solchen Zusammenprall zu überleben, sagten Andreas Rudde und Josef Rickers. „Im Zweifel lieber stehen bleiben und abwarten!“, fassten die beiden zusammen.

 

Seit mehr als 20 Jahren kommen die beiden Verkehrstrainer der Polizeibehörde Borken regelmäßig in den Benediktushof Maria Veen, um Bewohner und Werkstatt-Beschäftigte fit zu machen für den Straßenverkehr. Damit Unfälle vermieden werden, lernen die Bewohner – viele sind in ihrer Mobilität eingeschränkt -, sich vorausschauend zu verhalten. Etwa an Kreuzungen, wenn sie mit ihrem Rollstuhl im „Toten Winkel“ eines größeren Fahrzeugs stehen. „Am gefährlichsten ist es, wenn man direkt neben einem LKW steht, der rechts abbiegen will“, warnte Josef Rickers.

 

Um zu zeigen, was er damit meint, durften die Werkstatt-Beschäftigten Anna und Heinz probeweise auf dem Fahrersitz vom Bulli Platz nehmen und den „Toten Winkel“ aus Fahrersicht kennenlernen: Die gesamte Seminargruppe plus Begleitung befand sich direkt rechts neben dem Bulli und war komplett aus dem Sichtfeld von Anna und Heinz verschwunden! „Ganz schön gefährlich“, staunten alle. „Da müssen wir richtig aufpassen!“

 

Da  Andreas Rudde und Josef Rickers demnächst in den Ruhestand gehen, waren sie 2021 zum letzten Mal im Benediktushof tätig. Bewohner*innen, Beschäftigte und Mitarbeiter*innen bedanken sich bei den beiden Polizisten ganz herzlich für ihre jahrelange Unterstützung in Sachen Verkehrssicherheit!

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