Benediktushof, Reken

Die Schafe, der Leuchtturm und das Meer

Peter Moritz sammelte schöne Erinnerungen im Texel-Urlaub.

Peter Moritz (83) war noch nicht oft im Urlaub. Der Großteil seines Lebens bestand aus Arbeit. Mehr als 50 Jahre war Peter Moritz in der Gärtnerei des Benediktushofes beschäftigt. Arbeit gab es reichlich, das Geld war knapp. Umso mehr hat der Rentner nun eine sechstägige Ferienfreizeit auf der niederländischen Insel Texel genossen. Mit einem Bildband über Texel und schönen Erinnerungen im Gepäck kehrte er zurück.


In einer Gruppe von zehn Bewohner*innen aus dem Benediktushof und Begleiter*innen war der 83-Jährige in einem Ferienhaus auf Texel untergebracht. Mit seinem Zimmergenossen Erol Kaya verstand er sich gut: „ein sehr angenehmer Nachbar“, sagt Moritz mit seinem freundlichen Lächeln, das viele langjährige Kunden der Benediktushof-Gärtnerei gut kennen.


Tagsüber war die Reisegruppe aus Maria Veen auf der Insel unterwegs: Peter Moritz staunte über die vielen Schafe auf der Insel, genoss die Ausflüge zum Leuchtturm oder in die Stadt. Und ganz besonders die täglichen Touren zum Strand. Mit seinem E-Scooter konnte der Rentner auf befestigten Wegen auch bei Wind und Wetter bis auf fünf Meter ans Meer heranfahren. 
Gemütliche Abende am Ferienhaus rundeten die Freizeit ab. „Abends haben wir uns oft unterhalten“, berichtet Peter Moritz. Mehrmals wurde der Grill angeworfen und Leckereien geschmort. Bei gemeinsamen Fernseh-Abenden im Aufenthaltsraum feuerte die Gruppe die deutsche Nationalmannschaft während der EM an.
Inzwischen ist Peter Moritz wieder daheim in seinem Wohnbereich im Haus Teresa. Tagsüber verbringt er seine Zeit mit rund 13 weiteren Bewohnern des Benediktushofes in der Tagesstruktur. Dort genießen die Tagesgäste ein abwechslungsreiches Programm, tauschen Neuigkeiten aus, erinnern sich an frühere Zeiten. Bei vielen Älteren sind die Ereignisse der Jugend besonders präsent. 


„Ich wurde 1938 geboren“, erzählt Peter Moritz. Mit verschmitztem Grinsen fügt er hinzu: „im Phantasialand“. Genau genommen in einem Stadtteil von Brühl. Da er als Kind häufig krank war, kam er schon als kleiner Junge 1946 ins sauerländische Josefsheim Bigge. 1947 wurde er als Neunjähriger in der Schule für körperbehinderte Kinder im Vinzenzheim Aachen eingeschult. 1953 kam Peter Moritz in den Benediktushof Maria Veen. Bis zur Rente im Jahr 2003 arbeitete er in der Gärtnerei. „Ich habe die Arbeit gerne gemacht“, meint Peter Moritz rückblickend – trotz der geringen Entlohnung. Der Umgang mit den Pflanzen und den Menschen hat ihm Freude bereitet.


Als junger Mann arbeitete er meist draußen auf den Feldern der Benediktushof-Gärtnerei, wo Rotkohl, Weißkohl, Kopfsalat angebaut, Blumen selbst gezogen, Obst geerntet wurde. Später wässerte er, wenn nötig an sieben Tagen in der Woche, die Pflanzen in den Treibhäusern oder bediente die Kund*innen im Geschäft. Viele Gärtnermeister hat er in seinem Berufsleben erlebt und zu seinem Geburtstag sogar Besuch von einem früheren Meister, Hubert Hark, erhalten. Falls dieser im nächsten Jahr wiederkommt, gibt es Neues zu erzählen: vom Urlaub auf der schönen Insel Texel, wo Peter Moritz zuerst nur „Schafe, nichts als Schafe“ gesehen hat. Und danach dann endlich das Meer. 
 

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