Benediktushof, Reken

Geschichte

Aus der Chronik des Benediktushofes

Am 24. April 1924 übernahm die Josefs-Gesellschaft den Benediktus- und Bernardushof vom Verein für katholische Arbeiterkolonien Maria Veen. Seitdem haben körper- und mehrfachbehinderte Menschen die Möglichkeit, sich in unserer Einrichtung schulisch, beruflich und sozial zu rehabilitieren. Waren es am 18. Juli 1924 noch 66 Lehrlinge, die von Bigge nach Maria Veen kamen, so wohnen, lernen und arbeiten zum heutigen Zeitpunkt rund 600 Erwachsene, Kinder und Jugendliche im Benediktushof Maria Veen.

 

Aufbau- und Gründerjahre 1924-1933

Aufbau- und Gründerjahre 1924-1933

24. 4. 1924 übernimmt die Josefs-Gesellschaft den alten und neuen Bernardshof vom Verein für katholische Arbeiterkolonien. Die beiden Häuser werden in Bernardushof und Benediktushof umbenannt und werden zunächst gepachtet.

 

18. Juli 1924: offizielle Eröffnungsfeier des Benediktus- und Bernardushofes und Ankunft der ersten 66 Lehrlinge mit Behinderung. Carl Schlüter ist der erste Direktor des Benediktushofes. Schwestern aus dem Orden der Vinzentinerinnen in Köln-Nippes übernehmen die hauswirtschaftliche Leitung.

 

1924-1932: Entstehung der Werkstätten in Form von Lehrbetrieben: Anstreicherei, Buchbinderei, Büroausbildung, Bürstenmacherei, Drechslerei, Gärtnerei, Schneiderei, Schreinerei, Schuhmacherei/ Orthopädie-Schuhtechnik, Korbmacherei, Schlosserei, Damenschneiderei, Weißnäherei, Wäscheschneiderei.

 

April 1925: Johannes Viegener tritt die Nachfolge Carl Schlüters als Direktor der beiden Häuser an und beginnt mit dem Umbau und Ausbau der Häuser. Mädchen werden im Bernardushof untergebracht, Jungen im Benediktushof.

 

1925 beginnt der Schulunterricht für die Mädchen im Bernardushof (Heimsonderschule nur für Mädchen).

 

April 1929: DieJosefs-Gesellschaftkauft den Benediktushof von der Arbeiterkolonie für 400.000 Mark. Es folgen weitere Um- und Neubauten; u.a. Neubau der „Meisterhäuser“ für die Ausbilder.

NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg 1933-1945

NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg

1933 Nationalsozialistische Machtergreifung in Deutschland. Der Benediktushof versucht, „partnerschaftlich“ mit den Machthabern umzugehen. In den Werkstätten entsteht Material für die Wehrmacht (z.B. „Spazierstockständer“ als Geschoßkörbe für Granaten), bei den Fußballspielen gibt es Kontakte zur Hitlerjugend, Frauen treten der NS-Frauengemeinschaft bei.

 

1935 Prälat Wilhelm Nielbrock übernimmt die Leitung des Benediktushofes.

 

1937 verlassen die Vinzentinerinnen Maria Veen und die Schwestern des Franziskanerordens aus Salzkotten übernehmen die Hauswirtschaft.

 

1939-1945 Im Zweiten Weltkrieg ist der Benediktushof zunächst Zufluchtsort für Heimbewohner aus anderen Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft. 

 

1940 beziehen 200 Männer der SS-Verfügungsgruppe „Der Führer“ Quartier im Benediktushof.

 

1940 fallen erste Bomben auf Maria Veen

 

1942 werden der Benediktus- und Bernardushof von der Wehrmacht beschlagnahmt als Genesungsheim für 250 Soldaten. Die behinderten Lehrlinge werden verlegt oder nach Hause geschickt.

 

1943 bestimmt die Wehrmacht den Benediktushof als Aufnahmelazarett für beinamputierte Soldaten. Die Nazis unterschieden zwischen körperlichen und geistigen Behinderungen. Geistig behinderte Menschen galten als „unwertes Leben“.

 

1944 Aus dem Genesungsheim der Wehrmacht wird das Reservelazarett, später das Kriegslazarett Maria Veen. Im Erdgeschoss des Benediktushofes wird ein Operationssaal eingerichtet. Die Alliierten verstärken ihre Luftangriffe auf die Bahnstrecke, es gibt viele Tote und Schwerverletzte.

 

Ostern 1945 Amerikanische Soldaten rücken nach Maria Veen ein. 

 

Entwicklung seit 1945

Entwicklung seit 1945

1945-1949 In der Nachkriegszeit prägten Entbehrungen und Fremdbestimmungen das Leben im Benediktus- und Bernardushof.

 

1950er Jahre Steigende Zahl der Lehrjungen,Erweiterung der Werkstätten, Bau der Berufsschule, Bau eines Wohnhauses für Männer (heute „Haus Teresa“).

 

1962 Inkrafttreten des Bundessozialhilfegesetzes – neues Verständnis von Rehabilitation

1960er Jahre Neubau von Werkstätten und Sonderschule, Metallwerkstatt, Mitarbeiter-Wohnheim, Mädchen-Internat, Jungen-Internat. Berufsfindungswerkstatt, neue Berufe.

 

1978 Einweihung Berufsbildungswerk (BBW) mit Internaten.

 

1980/90 er Jahre
Errichtung und später Neubau der Werkstatt für behinderte Menschen, Um- und Ausbau des Wohnhauses Benediktushof einschl. Kapelle, Erweiterungsbau Berufsbildungswerk, Um- und Erweiterungsbau Haus Don Bosco. Neuer Träger der Sonderschule wird der  Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Namensgebung „Brückenschule Maria Veen“

 

1996 Gründung der Integrationsfirma Transfair Montage (zunächst nur Fahrrad-Montage).

 

2002 Im Gewerbegebiet von Maria Veen entsteht die Werkstatt-Außenstelle St. Vinzenz für Elektromontage-Arbeiten.

 

ab 2003 Projekt „Empowerment“ (Stärkung vorhandener Potenziale und Ermutigung zum Ausbau dieser Möglichkeiten bei Bewohnern und Klienten) in Kooperation mit der JG und der Universität Köln.

 

2003/2006 Europäisches Projekt „Grenszwerk“ zur Verbesserung der Integration junger Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt.

 

2004 Einführung desCase Managements (bedarfsgerechte, auf den Klienten zugeschnittene Hilfeleistung) im Benediktushof.

 

2006 Erstellung einesGesamtkonzepts „Menschen mit psychischen Behinderungen“.

 

2006 Errichtung einerBeratungsstelle für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen.

 

2008 UN-Behindertenrechtskonvention. Verstärkte Ausrichtung an Selbstbestimmung und Teilhabe. Individuelle Leistungsplanung nach der Internationalen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (ICF)


2008 Gründung des Fachzentrums Metall im Gewerbegebiet: Betriebsnahe Ausbildung und Beschäftigung werden  miteinander verzahnt.

 

2009 Auszug von 17 Bewohnern aus dem Wohnheim-Bereich in die Selbstständigkeit (Ambulant Betreutes Wohnen) im neu erbauten Apartmenthaus des Benediktushofes im Ortskern von Maria Veen.

 

2010 Richtfest neues „Haus Bernardus“ für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen. Fertigstellung und Bezug 2011.

 

2012 Gründung des Fördervereins Benediktushof Maria Veen e.V.

 

2012 Gründung des Lokalen Teilhabekreises Reken (LTK)unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Reken.

 

2013 Das Benefit-Zentrum für Sport und Rehabilitation nimmt die Arbeit in modernisierten hellen Räumen auf.

 

2013 Weihbischof Dr. Christoph Hegge segnet das neu gebaute „Haus Elisabeth“ für Menschen mit Behinderung.

 

2013 Eröffnung des inklusiven Kunst-Ateliers „Punktkommastrich“ im Benediktushof.

 

2015 Teilnahme am Modell-Projekt „Chance Zukunft“ für die Berufsbildungswerke in NRW zur Förderung junger Erwachsener mit Vermittlungshemmnissen.

 

2015 Eröffnung der EIS LOUNGE Maria Veen als Teil der Inklusionsfirma Transfair Montage.

 

2016 Die Transfair Montage GmbH errichtet und bezieht eine neue Produktionshalle für den Bereich Elektrotechnik im Gewerbegebiet Maria Veen.

 

2017 Auszeichnung des Benediktushofs mit dem Qualitätssiegel „Great Place to Work“ in der Kategorie „Beste Arbeitgeber Gesundheit/ Soziales 2017“.

 

2017 Errichtung eines Büros „Bürgerengagement und Vereinsförderung vor Ort“ (BuVO) – ein Kooperationsprojekt zwischen Benediktushof und Gemeinde Reken.

 

2018 Fertigstellung eines barrierefreien Apartmenthauses in der Straße Am Kloster 20 für Mieter mit und ohne Behinderungen.

 

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