Benediktushof, Reken

Roboter-Arm hilft beim Trinken

Helga Klein-Krich steuert ihren technischen Helfer mit dem Fuß.

Helga Klein-Krich ist 67 Jahre alt und sehr schwer körperbehindert. Von Geburt an kann sie ihre Arme nicht bewegen und hat ihr Leben lang viele „Handgriffe“ mit dem rechten Fuß ausgeführt. Mit fortschreitender Erkrankung lassen die Kräfte nach. Nun soll ein Roboter-Arm bei der besseren Bewältigung ihres Alltags helfen. Die Krankenkasse hat ihr einen Roboter-Arm „auf Probe“ genehmigt. Bisher ist sie mit ihrem technischen Helfer „gut“ zufrieden, strahlt Helga Klein-Krich.

Drei Monate lang kann die Bewohnerin des Benediktushofes den Roboter-Arm nutzen und ausprobieren. Dann wird geprüft werden, ob sie einen eigenen Roboter-Arm genehmigt bekommt. Ergotherapeutin Julia Angemeer aus dem Benediktushof Maria Veen unterstützt Rentnerin Helga Klein-Krich beim Üben; ebenso die Betreuerinnen und Betreuer in der Wohngruppe von Haus Liborius.
Der Roboter-Arm ist am Rollstuhl angebracht. Helga Klein-Krich steuert ihn mit ihrem rechten Fuß – genau wie ihren E-Rollstuhl, ihren Türöffner und ihren PC. Im Fußbereich ihres Rollstuhles befindet sich eine Konsole mit verschiedenen Steuerungs-Elementen wie Button, Computer-Maus, bewegliche Hebel, die sie sicher und selbstverständlich beherrscht.

Die 67-Jährige möchte so selbstständig wie möglich sein. Bis vor einigen Jahren hat sie in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) des Benediktushifes gearbeitet; zuletzt in der Elektromontage. Dort hatte sie einen Arbeitsplatz, der an ihre Behinderung angepasst war und an dem sie Sortierarbeiten mit dem Fuß erledigen konnte. Seit sie im Ruhestand ist, surft Helga Klein-Krich gerne im Internet. Sie kauft ein, lädt sich Hörbücher herunter - und recherchiert. So stieß sie im Netz auf einen Roboter-Arm, der schwer körperbehinderten Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags helfen kann. Per E-Mail schrieb Helga Klein-Krich daraufhin ihre Krankenkasse an, die ihr das Hilfsmittel nun zum Ausprobieren zur Verfügung stellt. Zuvor hatte der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) ein entsprechendes Gutachten erstellt.

Linda Bone, Betreuerin im Wohnhaus Liborius, beobachtet: „Helga wird von Tag zu Tag sicherer im Umgang mit dem Roboter-Arm.“ Er hilft ihr etwa dabei, sich selbstständig ein Getränk einzuschenken und zu trinken oder ihren Hut vom Tisch zu nehmen und ihn aufzusetzen. Theoretisch ist mit Hilfe des Roboter-Arms auch das selbstständige Essen möglich. Mit viel Willenskraft und Ausdauer möchte Helga Klein-Krich demnächst auch diese sehr komplexen Bewegungen hinbekommen. Ergotherapeutin Julia Angemeer fasst es so zusammen: „Wir sind begeistert von dieser innovativen Technik und welche neuen Möglichkeiten sie Menschen mit eingeschränkter Handfunktion eröffnet.“

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