Haus Bernardus für Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma

  • Bewohner des Benediktushofes vor der Baustelle.

Ein neues Wohnheim für 18 Menschen mit erworbenem Schädel-Hirn-Trauma hat der Benediktushof Maria Veen  in der Straße „Am Kloster“ gebaut. Das Haus Bernardus - benannt nach dem Heiligen Bernhard von Clairvaux - hat eine Grundfläche von 1100 Quadratmetern. Darauf sind zwei Wohngruppen entstanden, die jeweils neun Wohneinheiten umfassen. Beiden Wohngruppen ist eine große Wohnküche zugeordnet. Seit September 2011 ziehen die ersten Bewohner dort ein.


Ein zweites, baugleiches Haus ist bereits in Planung. Es wird dort gebaut, wo jetzt das Haus Elisabeth steht und bietet zusätzlich zu den 18 Wohneinheiten Platz für eine Tagesstätte. Dort erhalten zukünftig ältere Bewohner, die nicht mehr in der Werkstatt beschäftigt sind, eine geregelte Tagesstruktur.


Die Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Neben der Eigenleistung von 185.000 Euro steuert die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW 369.000 Euro, die Wfa aus Mitteln des MBV 585.000 Euro und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe 9.000 Euro bei. 360.500 Euro wurden als vergütungsrelevantes Kapitalmarkt-Darlehen gewährt.


Der Personenkreis der Menschen nach Schlaganfall oder traumatischer Hirnverletzung wächst ständig. Das bekommt auch der Benediktushof zu spüren und hat sich seit einigen Jahren auf die Unterstützung von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen spezialisiert. Im neuen Haus Bernardus können diese Aufgaben noch passgenauer wahrgenommen werden.

Am 3. November wurde das neue Wohnhaus für Menschen mit erworbener Hirnschädigung in einer Feierstunde mit Weihbischof Dr. Christoph Hegge feierlich eingesegnet. Der Namenspatron des Hauses, der Heilige Bernhard,  gründete einst das berühmte Kloster Clairvaux (=klare Täler) in Frankreich. Ihm werden Tugenden wie Klarheit, Stärke und Aktivität zugeordnet - allesamt Eigenschaften, die den Bewohnern im Haus Bernardus in Maria Veen auf ihren Lebenswegen helfen können.


Tiergestützte Therapie mit Minischwein Felix

Kind lässt Schwein an einem Osterei schnüffeln.

Im Haus Don Bosco, dem Kinder- und Jugendwohnbereich des Benediktushofes, leben Kinder mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen. Für sie gibt es vielfältige Therapie-Möglichkeiten. Neben Physio- und Ergotherapie werden die Kinder und Jugendlichen auch heilpädagogisch betreut. Zeitweise hilft die tiergestützte Therapie den jungen Bewohnern, ihre sozialen Kompetenzen zu stärken  sowie ihre Wahrnehmung und Motorik zu verbessern.
Wenn der Physiotherapeut Daan Vermeulen aus Borken mit seinem Minischwein „Felix“ in die Einrichtung kommt, ist den Kindern die Freude anzusehen. Die meisten wollen Felix anfassen, streicheln, füttern. Durch seine besondere Sensibilität und sein freundliches Wesen baut das Schwein schnell eine Beziehung zu den Kindern auf. Es nimmt sie für sich ein und öffnet ihre Herzen.

 

So lernen die Kinder und Jugendlichen aus dem Haus Don Bosco immer besser, über sich selbst und ihre Gefühle zu sprechen. Durch die Begegnungen mit Felix haben sie im Laufe der Zeit zusätzliche Möglichkeiten entwickelt, miteinander umzugehen und Empfindungen wie Freude, Angst, Traurigkeit, Zärtlichkeit oder Wut mit Worten, Mimik und Gestik auszudrücken.

 

„Für unsere Kinder, die teilweise mit großen Einschränkungen leben, ist das ein großer Gewinn“, resümiert die Diplom-Heilpädagogin Silke Neumann die Erfolge der tiergestützten Therapie im Benediktushof. Bisher konnten 15 Kinder und Jugendliche mit Schwein Felix speziell gefördert werden. Die Kosten dafür hat die Einrichtung übernommen. Nachdem im Frühjahr 2011 die zweite Therapie-Staffel beendet worden ist, wird es möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt eine Fortsetzung geben.


Spieletreff für jung und alt / Broschüre „Spiele – barrierefrei?“

Jugendliche spielen Mensch ärgere dich nicht.

Der Benediktushof Maria Veen und die Liebfrauenschule Coesfeld kooperieren seit vielen Jahren miteinander. Ein besonderes Projekt zwischen beiden Einrichtungen ist die Interessengemeinschaft  „Spiele – barrierefrei?“.  Sie hat jetzt eine Broschüre herausgegeben, die für Spielbegeisterte mit und ohne Handicap nützlich sein kann. 

 

Spielen macht Spaß, Spielen macht schlau und Spielen verbindet: Menschen verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft, auch Menschen mit und ohne Behinderungen. Am Benediktushof Maria Veen ist das längst bekannt. Seit März 2011 ist in der Einrichtung ein besonderes Spiele-Projekt ins Leben gerufen worden. Bewohner aus dem Benediktushof, Schüler, rüstige Rentner, Studierende und Lehrende in einer Fachschule für Heilerziehungspflege sowie immer neue Interessierte treffen sich regelmäßig, um miteinander zu spielen. Sie probieren jede Menge neuer Gesellschaftsspiel aus und achten dabei insbesondere auf Barrieren im Spiel.


Was fällt uns bei einem Spiel schwer? Wo benötigen wir Hilfen? Was ist schwer zu verstehen? Diese und weitere Fragen beantworteten die Mitspieler der Interessengemeinschaft „Spiele – barrierefrei?“ bei ihren vielen Spiele-Nachmittagen im Benediktussaal. Sie erstellten eine Broschüre  „Spiele - barrierefrei?“, die Empfehlungen zu aktuellen Gesellschaftsspielen gibt. 22 Spiele für Kinder und für Erwachsene wurden dabei kritisch unter die Lupe genommen. Barrieren und mögliche Hilfestellungen wurden benannt. Auch gibt es explizite Empfehlungen für Spiele, die für ein Zusammenspiel von Menschen mit und ohne Handicap gut geeignet sind.


Die kostenlose Broschüre mit Spielbeschreibungen und Spielbewertungen gibt es beim Benediktushof Maria Veen, Bernd Harborg (Tel.0 28 64/ 889-508), E-Mail: rollfiets(at)benediktushof.de oder hier als Download.